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Vom Umgang

Mit

Negativen

Gedanken,

Gefühlen und

Situationen.

 

Diese Zeilen sollen keine reine Theorie vermitteln, sondern vielmehr zur spirituellen Arbeit anregen. Das Buch ist entstanden aus der Praxis, durch unzählige Gespräche, Meditationen und Gruppensitzungen, die wir in den letzten Jahren durchgeführt haben. Vielen Einzelgesprächen verdanken wir diese Erfahrungen, die wir gerne an Sie weitergeben möchten. Über den Einsatz positiver Gedanken sind genügend Bücher und Aufsätze erschienen, deren Inhalt hilft sich zu verändern. Doch haben wir die Erfahrung gemacht, wenn wir tief in einem "Schwarzen Loch" sitzen, dann hilft oft die Theorie nicht weiter. Dann ist es sinnvoller, etwas praktisches zu tun, um diesen Zustand zu beenden.

Wir haben in unserer Praxis Manager in führenden Positionen kennengelernt, die fast an sich und an ihrer "Unfähigkeit" >positiv zu denken< verzweifelt sind. Wir haben aber auch erlebt, daß die gleichen Menschen nach einigen Übungen und vor allem, nachdem sie ihre Gedanken akzeptiert hatten, wieder lachen konnten. Dies scheint uns das Wesentlichste zu sein, die eigenen Gedanken zu akzeptieren. An Tagen an denen wir depressiv verstimmt sind, hilft es nichts oder nicht viel, sich krampfhaft gegen negative Gedanken zu wehren. Akzeptieren wir diese Gedanken aber als das was sie sind, dann können wir auch die Probleme, die hinter diesen Gedanken stecken sehen und verändern oder lösen.

Sie wollen mit Ihren Gedanken besser umgehen können, dann sind diese Zeilen für Sie geschrieben. Wir wollen Sie anleiten, sich einmal Gedanken über Ihre Gedanken zu machen und über diesen Umweg zu positiven Gedanken zu gelangen.

Unser gesamtes Universum beruht auf der Dualität. Licht kann nicht ohne Dunkelheit existieren. Der Tag braucht die Nacht. Helligkeit wird erst erkennbar durch Dunkelheit. Die Hermetische Lehre beruht auf dieser Dualität:

Wie oben so unten,

Wie innen so außen.

Also hat auch jeder negative Gedanke seine positive Gegenseite, wir müssen sie nur finden und erkennen, dann wird vieles leichter und wir werden mit uns und unserem Leben anders umgehen. Der Umgang mit unseren Gedanken ist leichter als man denkt und es ist Jedem Menschen möglich und gegeben, seine Gedanken zu lenken und zu steuern

Ab Heute bin ich der Steuermann meiner Gedanken

Dieser Gedanke sollte uns den ganzen Tag über begleiten und unser Unterbewußtsein wird bemüht sein, diesen Gedanken in die Realität umzusetzen.

Der Workshop soll zur aktiven Arbeit anregen und will Hilfestellung leisten zur positiven Umwandlung.

 

Eine der Hauptursachen unserer Zivilisationskrankheiten ist die negative Auswirkung unseres "modernen" Lebens. Wir bemühen uns täglich, die an uns gestellten Anforderungen von außen, oder schlimmer noch, die Anforderungen von innen, die wir uns selbst auferlegen, zu erfüllen. Ebenso tragen Streß von außen und von innen dazu bei, daß wir unsere Anforderungen immer höher schrauben. Erfüllen wir diese Anforderungen nicht, so löst diese Situation unter besonderen Bedingungen Minderwertigkeitsgefühle oder gar Gefühle der Nutzlosigkeit aus. Am Arbeitsplatz versuchen wir uns in vorgegebene Raster einzupassen, gelingt dies nicht, fühlen wir uns abseits der Norm. Die Folge davon ist ein Absinken der Leistungsfähigkeit, da in der Regel durch das zwanghafte Vermeiden von Fehlern wieder Fehler entstehen. Die Folge davon ist Frustration und diese Frustration löst erneut negative Gedanken in uns und über uns aus. Es hilft dann auch nicht, wenn sich ein Erfolgserlebnis einstellen sollte, denn dann steht die Frage im Raum "habe ich das verdient?". Unser Unterbewußtsein, das ganz genau alle Suggestionen speichert, wird so ständig mit negativen Meldungen, die bei häufiger Wiederholung zu Suggestionen werden, bombardiert und wir fühlen uns dann oftmals hilflos dem "Schicksal" ausgeliefert. Wir selbst und unser Denken werden negativlastig und sind leichter für negative Meldungen empfänglich, die uns ja auch tagtäglich erreichen.

Betrachten wir uns doch einmal den Ablauf eines ganz normalen Arbeitstages eines Angestellten. Hierbei spielt es zusätzlich noch eine Rolle, welche Position der Betreffende bekleidet. Je höher jemand auf der Karriereleiter steht, desto anfälliger ist ihr oder sein Unterbewußtsein für Katastrophenmeldungen. Es reicht schon aus, dem Unterbewußtsein tagtäglich die Mitteilung zu geben, daß Grund zur Existenzangst besteht und das Unterbewußtsein wird diese "Suggestionen" als Befehle ansehen und dafür sorgen, daß das auch eintritt was wir erwarten.

In der Regel beginnt der Tag mit dem Weckruf des Weckers, oftmals nach einer unruhigen Nacht. Der Radiowecker schaltet sich ein und statt angenehmer Musik vernehmen wir die Stimme des Nachrichtensprechers, der uns die Katastrophen des letzten Tages und der vergangenen Nacht verkündet. In diesem Halbwachzustand ist unser Unterbewußtsein besonders empfänglich für Suggestionen aller Art. Für unser Unterbewußtsein beginnt der Tag schon mit Streß. Ungelöste Probleme oder Schwierigkeiten des Vortages stehen sofort wieder vor unserem "Geistigen Auge". Bereits vor dem Duschen beschäftigen wir uns gedanklich damit, was der heutige Tag bringen wird, obwohl dies noch ungewisse Zukunft ist. Wir bereiten uns auf Situationen vor, die vielleicht gar nicht eintreten. Wir setzen das Gedankenkarussell der Nacht fort.

Viel zu oft begrenzt sich das Frühstück auf Kaffee und Zigarette und statt den Morgen in Ruhe zu beginnen, verschlingen wir die Sensationsmeldungen der Morgenpresse. Wir sind bestens auf die negativen Ereignisse des kommenden Arbeitstages vorbereitet.

Sollten wir nach solch einem Tagesbeginn das Büro ohne Unfall erreichen, so wird der kommende Tag mit seinen Schwierigkeiten dafür sorgen, daß unser Unterbewußtsein unsere negativen Gedanken erfüllen kann. Wir sind was wir denken und wir denken zu sehr in der Vergangenheit und in der Zukunft, statt uns auf die wirklich wesentlichen Dinge der Gegenwart zu konzentrieren.

Jede Veränderung, die wir in uns und an unserem Wesen vornehmen wollen, wird von unserem Unterbewußtsein registriert, archiviert und kontrolliert. Deshalb erscheint es mir unerläßlich, zu Beginn einige psychologische Begriffe zu klären und näher zu betrachten. Unser eigenes Sein existiert in drei Größen:

  • Dem ICH,

  • Dem BEWUSSTSEIN und

  • Dem UNBEWUSSTEN oder dem UNTERBEWUSSTSEIN.

Wenn wir uns kennenlernen wollen, unser Handeln und unser Verhalten, Fühlen und Denken verstehen wollen, dann müssen wir, wenn auch nur am Rande und als kleiner Streifzug, erfahren wie unsere Psyche aufgebaut ist. Ohne dieses Wissen ist es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, tiefgreifende Veränderungen in unserem Leben zu gestalten. Nur mit dem Wissen über unsere eigenen seelischen Dimensionen und Bereiche sind wir in der Lage, eigene Verhaltensweisen und erlebte Situationen im richtigen Zusammenhang zu sehen und entsprechend einzuordnen.

Das BEWUSSTSEIN, als Teil des gesamten Seins, hat das ICH als Mittelpunkt. Wenn wir uns das SEIN als Kugel vorstellen, so ist ein kleiner Bereich dieser Kugeloberfläche das BEWUSSTSEIN und das Zentrum dieses Ausschnitts ist das ICH. Der Rest der Kugel stellt das Unbewußte oder das Unterbewußtsein dar. Wenn wir von uns selbst sprechen, dann gebrauchen wir das Wort ICH und alles was nicht zu unserem ICH gehört, bezeichnen wir als DU oder als die UMWELT. Unser Ich dient uns ähnlich wie ein Kurzzeitspeicher, es beinhaltet alle momentan bewußten Informationen, Gedanken und Gefühle, die wir gerade haben, einfach alles, was man momentan sieht oder empfindet. Alle Wahrnehmungen und Empfindungen sind psychische Inhalte, deren Verbindung oder Beziehung zum Ich das Bewußtsein herstellt. Unser ICH und unser BEWUSSTSEIN bedingen sich also gegenseitig. Psychisches wird uns erst dann bewußt, wenn es mit dem ICH in Beziehung steht. Fehlt diese Beziehung, dann gilt unsere Wahrnehmung als unbewußt. Wenn wir einen Gegenstand wahrnehmen, dann geschieht dies nur dadurch, weil das BEWUSSTSEIN eine Verbindung zwischen dem Gegenstand und unserem ICH herstellt. Unser Bewußtsein ist auch in der Lage, über sich selbst zu reflektieren, braucht dazu aber ein Subjekt, das sich selbst wahrnehmen kann und dieses Subjekt ist das ICH, das auch für die Aufrechterhaltung der Identität sorgt.

Betrachten wir uns die entwicklungsgeschichtliche Veränderung der menschlichen Psyche, so stellen wir fest, daß sich die Psyche einer evolutionären Entwicklung unterzogen hat. Der Primitive hatte noch kein Ichbewußtsein, sondern lebte, ähnlich wie ein Baby, im Unbewußten. Innenwelt und Außenwelt waren eins. Ein Kind lernt erst im Alter von zwei bis drei Jahren sich von seiner Umwelt zu unterscheiden, es beginnt zu diesem Zeitpunkt die Welt in ein Ich und ein Du aufzuteilen. Erst die Entwicklung zum modernen Menschen brachte es mit sich, daß sich aus dem Unbewußten das Bewußtsein bildete, mit dem Ich als Mittelpunkt. Erst dadurch wurden die Selbstreflexion und subjektiv wahrgenommene Spannungen möglich. Ähnliches vollzieht sich heute bei der Entwicklung eines Kindes. Sobald ein ICH existiert, existiert auch ein Bewußtsein. Uns ist alles bewußt, was mit unserem Ich in Beziehung steht. Alle Inhalte oder Empfindungen, die keine Beziehung zum Ich haben, gelten für uns als unbewußt.

Unser ICH hat von Natur aus diverse Bedürfnisse sich auszudrücken. Oft stehen wir jedoch mit unseren Bedürfnissen im Widerspruch zu den Ansprüchen aus unserer Umwelt. Unser Ich reagiert auf diesen Konflikt durch eine Art Maske, die es sich den jeweiligen Erfordernissen angepaßt überstülpt. Diese Maske bezeichnet man als Persona. Die Persona um- und verhüllt also unser wahres ICH. Die Persona sorgt für die Anpassung des Individuums an die Umwelt und die Art und Weise, wie wir uns verhalten, wird durch die Persona bestimmt. Tagtäglich sind wir verschiedenen Verhaltenszwängen ausgesetzt und wir fügen uns diesen Zwängen, obwohl wir es eigentlich gar nicht möchten. Dann entspricht unser Verhalten nicht den eigenen Bedürfnissen, sondern wird geprägt durch die Anforderungen aus der Umwelt. Wir führen etwas aus, weil es andere von uns erwarten.

Unser äußeres Erscheinungsbild, Kleidung, Frisur oder die Rollen, die wir innerhalb der Gesellschaft spielen, werden von unserer Persona stark geprägt, und zur Persona zählen vor allem jene Verhaltensweisen, die wir nur deswegen ausführen, um den Ansprüchen aus der Umwelt zu genügen, obwohl unser wahres ICH dies gar nicht will. Die Bedürfnisse des Ich konkurrieren oft mit denen der Persona. Unsere Persona möchte durch Konformität und Anpassung den Ansprüchen der Umwelt gerecht werden und möchte zur Gemeinschaft gehören und möchte durch Anpassung erreichen, daß sie akzeptiert wird. Unser Ich jedoch strebt danach, die eigenen Impulse und Bedürfnisse auszuleben, um sich und seine Individualität zu erhalten. Dieser Konflikt kann unter bestimmten Voraussetzungen so stark werden, daß er sich gesundheitlich auswirken kann oder schlimmer noch, uns völlig verändert. Die Persona fühlt sich mit dem Bewußtsein identisch und glaubt nun, das ICH zu sein. Die Persona verschmilzt mit dem ICH und die Maske wird zur Dauerrolle. Der betreffende Mensch geht in seiner Rolle völlig auf. Der Direktor spielt nur noch den Direktor und kennt kein Privatleben. Ein Mensch versteckt sich hinter seiner Persona. Leider ist es für den Betroffenen sehr schwierig zu erkennen, daß er mit seiner Rolle, seiner Persona identisch geworden ist. Wichtig ist es in diesem Fall die Persona vom Ich zu unterscheiden und letztendlich abzulegen, damit die eigenen Impulse gelebt werden können.

Lassen Sie uns dazu eine kleine Übung durchführen, nehmen Sie ein Blatt Papier zur Hand und beantworten Sie nur für sich selbst die folgenden Fragen:

  • Welche Rollen kenne ich, die ich in meinem Leben spiele oder gespielt habe?

  • Bin ich mit diesen Rollen oder ihrem Ergebnis zufrieden?

  • Erfüllen mich diese Rollen oder spiele ich sie nur der Umwelt zuliebe?

  • Gibt oder gab es Situationen, in denen ich meine eigenen Bedürfnisse bewußt unterdrückt habe, um den Anforderungen der Umwelt zu genügen?

  • Gibt es Rollen oder Beziehungen, die Rollen erfordern, die ich verändern möchte?

  • Wie sieht das Ergebnis dieser gewünschten Veränderung aus?

  • Welchen äußeren Zwängen füge ich mich, wenn auch widerwillig?

  • Wie wirke ich auf andere Menschen?

  • Sehe ich mich selbst auch so?

Wenn Sie diese Fragen offen und ehrlich beantwortet haben, dann haben Sie die Beziehung Ihres Ichs zu Ihrer Persona schon recht gut durchleuchtet und finden sicherlich die ersten Ansätze zu einer Änderung Ihrer Verhaltensweisen.

Unsere Psyche ist jedoch noch viel komplizierter und wir haben den größten Teil der bildlichen Kugel, das Unbewußte oder das Unterbewußtsein, außer Acht gelassen. Wenn wir vom Unbewußten sprechen, müssen wir eine Unterscheidung vornehmen zwischen dem persönlichen Unbewußten und dem kollektiven Unbewußten oder dem universalen Bewußtsein. Das persönliche Unbewußte beinhaltet alles an Wissen, das wir jemals gelernt, erfahren, erlebt oder erspürt haben, das aber momentan nicht gebraucht wird, deshalb denken wir auch nicht daran. Alles was wir jemals mit den Sinnen wahrgenommen haben, aber auch alles Zukünftige, das sich in uns vorbereitet, ist im persönlichen Unbewußten enthalten und ist bereit in unser Bewußtsein zu treten. All diese Inhalte gehören ebenso zu einem Menschen wie seine bewußten Gedanken und Gefühle, nur sind sie uns eben noch nicht bewußt.

Wir können die Inhalte des Unbewußten zu einem bestimmten Zeitpunkt bewußt machen, wir erinnern uns oder bei manchen Inhalten können wir uns nicht erinnern, dann sind diese von unserem Bewußtsein verdrängt worden. In dieser Verdrängung liegt einerseits ein wichtiger Schutz, z.B. bei übergroßem Schmerz oder Leid, andererseits aber auch eine große Gefahr. Etwas, das verdrängt ist, kann nicht verarbeitet werden. Wir werden alle von unserem Unterbewußtsein beeinflußt, egal ob wir es wissen und anerkennen oder auch nicht. Diesen Einfluß können wir auf verschiedene Arten erleben, entweder als angenehm oder als unangenehm. Mit einiger Übung kann man mit dem eigenen Unterbewußtsein arbeiten, man kann es beeinflussen und verändern.

Willst Du die Welt verändern, so ändere Dich!

Willst Du dein Leben verändern, verändere Dein Unterbewußtsein!

Das Unterbewußtsein stellt einen Speicher dar, dessen Informationen aus Bildern besteht. Unser Unterbewußtsein >denkt< in Bildern. Alle Erlebnisse, die wir jemals hatten, werden im Unterbewußtsein (Unbewußten) als Bilder abgespeichert, die von uns auch wieder abgerufen werden können. Wie oft geschieht es doch, daß uns ein bestimmtes Bild, ein Duft oder ein Klang an ein Erlebnis erinnern, das schon Jahre zurückliegt und das wir scheinbar >vergessen< haben. Wenn wir uns bewußt machen wollen, wie wir den gestrigen Tag verlebt haben, so beginnen wir zu überlegen und setzen so unsere Bewußtseinsfunktionen in Gang, welche die Erinnerungen aus dem Unbewußten in unser Bewußtsein abrufen. So funktioniert es auch bei Erlebnissen, die schon lange Jahre zurückliegen. Bei manchen Erinnerungen an Erlebnisse, die nur oberflächlich waren, kommen auch nur vage Bilder in unser Bewußtsein, bei anderen intensiven Erlebnissen werden die Bilder klar und deutlich. Erlebnisse, die besonders schmerzhaft oder dramatisch waren, wurden vom Bewußtsein absichtlich ins Unterbewußtsein verdrängt, um uns vor erneutem Schmerz zu bewahren. Rufen wir diese Inhalte in unser Bewußtsein zurück, dann könnten wir die gleichen emotionalen, schmerzhaften Situationen erneut erleben. Das Bewußtsein bedient sich zur Verdrängung eines Instrumentes, das wir Abwehrmechanismus nennen. Diese Abwehrmechanismen verhindern, daß die schmerzhaften Erlebnisse erneut ins Bewußtsein eintreten können. Durch Meditation oder Hypnose können wir etwas leichter Zugang zu diesen verdrängten Erlebnissen haben. Hier sollte jedoch immer der Rat und die Begleitung einer Fachfrau oder eines Fachmannes gesucht werden. Wichtig ist vor allem, daß es sich dabei um eine Person des Vertrauens handelt. Zusammenfassend kann man sagen, alle unbewußten Inhalte eines Menschen, auch jene, die einen konkreten Bezug zu der individuellen Lebensgeschichte haben, gehören zu einem Bereich des Unbewußten, den wir als das >persönliche Unbewußte< bezeichnen.

Der Bereich des persönlichen Unbewußten wird durch zwei wichtige Begriffe gebildet, die erläutert werden müssen:

  • Das innere Kind und

  • Der Schatten.

Die Zeitspanne der größten Bedeutung für die Entwicklung eines Menschen reicht von der Geburt bis hin zur Pubertät. Die Entwicklung beginnt nicht erst bei der körperlichen Geburt, sondern bereits mit der Verbindung der Seele mit dem Körper, direkt nach der Zeugung. Ergründet man verschiedene Probleme im Erwachsenenleben, so trifft man immer wieder auf schmerzhafte Erlebnisse in dieser Zeitspanne, und die Summe all dieser Erfahrungen wird als "INNERES KIND" bezeichnet. Bei den meisten von uns ist das Innere Kind verletzt, ausgelöst durch schmerzhafte Erfahrungen, die unserer Seele ständig Wunden zufügen. Wichtig ist es, zur persönlichen Entwicklung und Veränderung diese Wunden zu finden, zu erkennen und auszuheilen, da ihre Auswirkungen ansonsten den Erwachsenen fesseln und sein Leben nicht zu Freiheit und Selbstbestimmung führen kann. Haben wir die Wunden unserer Seele erkannt, sind wir in der Lage unser Inneres Kind zu heilen, tun wir das nicht, dann wirken diese Verletzungen im Unbewußten weiter und können mit großer Macht das Bewußtsein eines Menschen beeinflussen.

Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit und denken Sie über die folgenden Fragen nach, machen Sie sich zu den einzelnen Fragen Notizen, sie sind ein wertvolles Hilfsmittel zur Heilung des Inneren Kindes:

  • Gerate ich immer wieder in Abhängigkeit von einem anderen Menschen, vor allem in der Beziehung zu einem Partner ?

  • Bin ich ständig auf der Suche nach Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit von anderen Menschen ?

  • Neige ich in irgendeiner Form zur Sucht (Alkohol, Nikotin bis hin zur Eifersucht) ?

  • Habe ich in meinen Beziehungen immer wieder Enttäuschungen erlebt, und wie bin ich damit umgegangen ?

  • Lege ich sehr viel Wert darauf, daß andere Menschen gut zu mir sind ?

  • Neige ich dazu vieles zu tun, das gar nicht meinem Wesen entspricht, nur um im Mittelpunkt zu stehen und die Aufmerksamkeit meines Umfeldes zu erhaschen ?

  • Neige ich zu Depressionen oder depressiven Verstimmungen ?

  • Verliere ich leicht die Kontrolle über mein Handeln ?

  • Habe ich das Gefühl, mich selbst nicht zu mögen und lehne ich manchmal meine eigene Art ab ?

Wenn Sie auch nur wenige dieser Fragen mit einem Ja beantwortet haben, dann ist Ihr Inneres Kind verletzt und wartet darauf geheilt zu werden. Ein erster Schritt dazu ist die Selbstannahme oder Selbstbejahung.

Selbstbejahung bedeutet die liebende Annahme unserer eigenen einmaligen Individualität. Diese Selbstbejahung kann u.U. mit einer Verneinung verbunden sein, sofern wir uns weigern müssen, Ansichten und Dogmen anderer zu übernehmen, um dadurch unsere eigenen deutlicher wahrnehmen zu können. Solche Selbstbejahung führt zu inneren Entdeckungen und zieht aus unseren tiefsten Wesensgründen die Informationen, Wahrnehmungen und Lebenserfahrungen an, die wir gerade benötigen.

 

Liebende Selbstannahme ermöglicht es uns erst, daß wir durch unsere Glaubenssätze hindurchreisen können wie durch die wandelnde Szenerie einer Landschaft. Je stärker ein Glaubenssatz zur Nutzung unserer eigenen Fähigkeiten und Kräfte ermutigt, desto positiver ist er.

    • Selbstbejahung bedeutet auch, daß wir uns selbst zum Individuum erklären.

    • Selbstbejahung heißt, daß wir das uns eigene und durch uns hindurchfließende Leben an unser Herz schließen.

    • Selbstbejahung ist eine unserer größten Stärken.

Sagen Sie JA zu sich selbst.

Lernen wir die erste wichtige Regel, daß alles, was ist, gut ist, weis es ist, so kehrt immer mehr Ruhe und Frieden in uns ein. Erst in dieser Ruhe lernen wir die Dinge zu betrachten, und die Dinge werden uns ihren Sinn offenbaren. Alle Dinge an sich sind völlig wertfrei und neutral. Erst unsere Einstellung mach aus Ihnen Gegensätze der Freude oder des Leides. Einsamkeit ist weder gut noch schlecht, weder positiv noch negativ. Der eine erlebt die Einsamkeit als Qual, der andere als willkommene Voraussetzung der Selbstbesinnung und der Meditation. In der Ruhe der Meditation können wir uns von den Ideen lösen, für oder gegen etwas kämpfen zu müssen, ohne dadurch gleichzeitig untätig zu werden. Der Mensch, der glaubt, durch seine Aktivität die Welt verändern zu können, merkt meist nicht, daß er in Wirklichkeit Sklave der von ihm geschaffenen Verhältnisse geworden ist, die ihn verändern.

Unsere Welt, in der wir leben, ja das gesamte Universum existiert auf der Basis der Dualität. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wir sind an diese Dualität gebunden und so haben wir nicht nur helle und gute Seiten, sondern auch dunkle. Die dunklen Seiten von uns bezeichnet man als SCHATTEN. Ein Teil dieser dunklen Seiten in uns sind unsere eigenen Schwächen. Als Mensch neigen wir dazu, uns selbst als >gut< zu sehen und all jene Inhalte, Neigungen und Schwächen, die nicht zu uns und dem Bild von uns gehören dürfen, werden von uns verdrängt. Den Verdrängungsmechanismus haben wir weiter oben beschrieben. Die Summe der verdrängten Persönlichkeitsanteile und Wesensmerkmale bildet den Schatten eines Menschen, der uns persönlich unbewußt ist, und dennoch eine eigene Dynamik entwickelt. Wir arbeiten oft mit unserem Schatten, denn die Schatteninhalte werden auf andere Menschen projiziert und dort auch als störend empfunden und durch uns bekämpft. Wenn wir unsere Schattenseiten auf andere Menschen projizieren, dann schauen wir in einen Spiegel und sehen Dinge, die wir an uns ablehnen und deshalb lehnen wir sie auch bei anderen Menschen ab und versuchen sie zu bekämpfen. Schatten unserer Wesenszüge und Eigenschaften unserer Gesamtpsyche werden bei uns selbst nicht erkannt oder abgelehnt und verdrängt, die Inhalte bleiben uns unbewußt.

Bei der Projektion übertragen wir diese Schattenseiten auf andere Menschen und so kommt es leicht zu Konflikten, die wir vermeiden können, wenn wir um die Dynamik der Projektion wissen. In der Regel führt die Projektion zu Konflikten und Kampf mit anderen Menschen. Wenn wir in der Lage sind, die Projektion zu erkennen und zurückzunehmen, dann lösen wir viele Konflikte. Dazu gehört, daß wir die Projektion als zur eigenen Psyche gehörend akzeptieren.

Die Projektionsrücknahme ist einer der wesentlichsten Meilensteine auf dem Weg der Selbstverwirklichung und der Persönlichkeitsentwicklung. Erst durch die Projektionsrücknahme werden die eigenen Kanäle zum Selbst geöffnet und geformt.

Der Schatten ist jener Teil des Unbewußten, der verdrängte persönliche Eigenschaften beinhaltet. Beobachten Sie sich einmal selbst im täglichen Umgang mit Menschen. Immer dann, wenn Sie sich über das Verhalten eines anderen Menschen übermäßig aufregen, können Sie im Stillen überprüfen, ob es sich nicht um eine Projektion ihrer eigenen Schattenseite handelt, die Sie so übermäßig aufregt. Eine Hilfe zur Erkennung Ihrer eigenen Schatten sollen die folgenden Fragen darstellen.

  • Was lehne ich in meinem Leben ab ?

  • Wie möchte ich niemals sein ?

  • Welche Verhaltensweisen kann ich nicht akzeptieren ?

  • Was verstehe ich unter dem Begriff >schlecht< ?

  • Mit welchen Menschen streite ich immer wieder über bestimmte Verhaltensweisen ?

  • Welche Verhaltensweisen sind das ?

  • Hatte ich die Möglichkeit einem anderen Menschen zu helfen und habe es aus welchen Gründen auch immer nicht getan ?

  • Was hat mich veranlaßt, die Hilfe zu verweigern ?

  • Versuchen Sie diesen Fragenkatalog beliebig zu erweitern.

Alles, worüber wir bisher zum Thema Unterbewußtsein gesprochen haben betrifft das persönliche Unbewußte. Wir leben nicht alleine auf dieser Welt und in unserem Universum. Neben der Schicht des persönlichen Unbewußten gibt es auch psychische Inhalte, die auf das Individuum wirken und dennoch nicht aus dessen persönlichen Lebenslauf heraus zu erklären sind. Wir sind alle Teil eines Ganzen und dieses Ganze umfaßt nicht nur die Spezies Mensch, sondern alles, was unser Universum ausmacht. Durch diese Verbindung mit dem Ganzen sind wir auch mit dem Unterbewußtsein aller anderen Wesen verbunden. Diesen Bereich des Unbewußten nennen wir das kollektive Unbewußte oder das universale Bewußtsein. Alles was jemals gedacht oder getan wurde, ist hier gespeichert und seine Inhalte sind abrufbar wie die Inhalte unseres persönlichen Unbewußten. Das kollektive Unbewußte gibt Muster vor, die wir auszufüllen versuchen. Dieses Muster ist für alle Menschen gleich, da es die ewigen Erfahrungen enthält.

Unser wahres Ich wird also gebildet durch

    • Das ICH,

    • Das BEWUSSTSEIN,

    • Das PERSÖNLICHE UNBEWUSSTE und

    • Das KOLLEKTIVE UNBEWUSSTE oder auch das UNIVERSALE BEWUSSTSEIN.

Das Wissen um diese Zusammenhänge ermöglicht uns, uns selbst und unser Inneres Kind zu heilen. Durch diese Heilung werden alle Bereiche unseres Seins beeinflußt, da Körper, Seele und Geist gleichermaßen beeinflußt werden. Krankheiten stellen oft uneingestandene Probleme dar, und solche Dilemmas sind Herausforderungen, die uns eigentlich zu gesteigerten Leistungen und größerer Erfüllung hinführen sollten. Da Körper, Seele und Geist so eng zusammenarbeiten, wird der eine immer den anderen zu heilen versuchen, und das mit Erfolg, wenn wir sie gewähren lassen.

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